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Steuerermäßigung bei haushaltsnahen Tätigkeiten

Schema

Haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis im Rahmen eines:

  • sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses
    → Steuerermäßigung i. H. v. 12 % der Aufwendungen, höchstens 2.400 €/Jahr
  • geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses (sog. Haushaltsscheckverfahren)
    → Steuerermäßigung i. H. v. 10 % der Aufwendungen, höchstens 510 €/Jahr

Haushaltsnahe Dienstleistung (allgemeiner Art) (von Selbstständigen erbracht)

→ Steuerermäßigung i. H. v. 20 % der Aufwendungen, höchstens 600 €/Jahr

  • Ab dem Veranlagungszeitraum 2006 wurde die Steuerermäßigung für die haushaltsnahe Dienstleistung wie folgt erweitert:
  • Haushaltnahe Pflege- u. Betreuungsleistung
    → Steuerermäßigung i. H. v. 20 % der Aufwendungen, höchstens 1.200 €/Jahr
  • Haushaltsnahe Handwerkerleistung f. Renovierungs-, Erhaltungs-, u. Modernisierungsmaßnahmen
    → Steuerermäßigung  i. H. v. 20 % der Aufwendungen, höchstens 600 €/Jahr

Gliederung

1. Haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis

Um ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis handelt es sich, wenn die haushaltnahe Tätigkeit in einem Arbeitsverhältnis zum Steuerpflichtigen erbracht wird.
Haushaltsnahe Tätigkeiten sind Tätigkeiten, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden, wie z. B.

  • Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt,
  • Reinigung der Wohnung des Steuerpflichtigen, 
  • Gartenpflege, 
  • Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern und von kranken, alten oder pflegebedürftigen Personen.

Die Erteilung von Unterricht (z. B. Sprachenunterricht), die Vermittlung besonderer Fähigkeiten, sportliche und andere Freizeitbetätigungen fallen nicht darunter.

2. Steuerersparnis bei haushaltsnahem Beschäftigungsverhältnis

Folgende Beträge mindern die tarifliche Einkommensteuer des Arbeitgebers direkt:
10 % der Aufwendungen, höchstens 510 €, wenn es sich um eine geringfügige Beschäftigung handelt (Arbeitsentgelt regelmäßig nicht über 400 €/Monat) und das Haushaltsscheckverfahren angewendet wird,

oder

12 % der Aufwendungen, höchstens 2.400 €, wenn aufgrund des Beschäftigungsverhältnisses Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung entrichtet werden und es sich nicht um eine geringfügige Beschäftigung handelt.
Zu den begünstigten Aufwendungen des Steuerpflichtigen gehört der Bruttoarbeitslohn oder das Arbeitsentgelt (bei Anwendung des Haushaltsscheckverfahrens und geringfügiger Beschäftigung) sowie die vom Steuerpflichtigen getragenen Sozialversicherungsbeiträge, die Lohnsteuer ggf. zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, die Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (U 1 und U 2) und die Unfallversicherungsbeiträge, die an den Gemeindeunfallversicherungsverband abzuführen sind.
Die Höchstbeträge verringern sich für jeden vollen Monat, in dem die Haushaltshilfe nicht beschäftigt ist, um ein Zwölftel.

3. Haushaltsnahe Dienstleistung

3.1. Haushaltsnahe Dienstleistung allgemeiner Art

Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen gehören alle Tätigkeiten, die auch Gegenstand eines Beschäftigungsverhältnisses sein können. Jedoch muss die Dienstleistung eines Selbstständigen in Anspruch genommen werden.
Das sind Tätigkeiten wie

  • Reinigung der Wohnung (z. B. durch Angestellte einer Dienstleistungsagentur oder einen selbständigen Fensterputzer),
  • Pflege von Angehörigen (z. B. durch Inanspruchnahme eines Pflegedienstes),
  • Gartenpflegearbeiten (z. B. Rasenmähen, Heckenschneiden),
  • Umzugsdienstleistungen für Privatpersonen - abzüglich Erstattungen Dritter
  • Dienstleistungen wie Straßen- und Gehwegreinigung, Winterdienst, wenn sie auf dem Privatgelände durchgeführt werden. Dies gilt auch dann, wenn eine konkrete Verpflichtung besteht (z. B. zur Reinigung und Schneeräumung von öffentlichen Gehwegen und Bürgersteigen).

3.2. Haushaltnahe Pflege- u. Betreuungsleistung

Darunter fallen solche Pflege- und Betreuungsleistungen für Personen,

  • bei denen ein Schweregrad der Pflegebedürftigkeit der Pflegestufen I bis III besteht,
  • die nach § 43 Abs. 3 SGB XI als Härtefall anerkannt sind oder
  • die Leistungen der Pflegeversicherung beziehen.

Der Nachweis ist durch eine Bescheinigung (z. B. Leistungsbescheid oder -mitteilung) der sozialen Pflegekasse oder des privaten Versicherungsunternehmens durch ein amtsärztliches Attest zu führen.
Die Steuerermäßigung steht neben der steuerpflichtigen pflegebedürftigen Person auch deren Angehörigen zu, wenn sie für Pflege- oder Betreuungsleistungen aufkommen.
Die Leistungen der Pflegeversicherung sind anzurechnen.
Werden z. B. zwei pflegebedürftige Personen in einem Haushalt gepflegt, kann die Steuerermäßigung nur einmal in Anspruch genommen werden.

3.3. Haushaltsnahe Handwerkerleistungen

Als Handwerkerleistungen gelten alle handwerklichen Tätigkeiten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, unabhängig davon, ob es sich um regelmäßig vorzunehmende Renovierungsarbeiten oder kleine Ausbesserungsarbeiten handelt, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden, oder um Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die im Regelfall nur von Fachkräften durchgeführt werden.
Zu den handwerklichen Tätigkeiten zählen u. a.

  • Arbeiten an Innen- und Außenwänden,
  • Arbeiten am Dach, an der Fassade, an Garagen, o. ä.,
  • Reparatur oder Austausch von Fenstern und Türen,
  • Streichen/Lackieren von Türen, Fenstern (innen und außen), Wandschränken, Heizkörpern und -rohren,
  • Reparatur oder Austausch von Bodenbelägen (z. B. Teppichboden, Parkett, Fliesen),
  • Reparatur, Wartung oder Austausch von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen,
  • Modernisierung oder Austausch der Einbauküche,
  • Modernisierung des Badezimmers,
  • Reparatur und Wartung von Gegenständen im Haushalt des Steuerpflichtigen (z. B. Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd, Fernseher, Personalcomputer und andere Gegenstände, die in der Hausratversicherung mitversichert werden können),
  • Maßnahmen der Gartengestaltung,
  • Pflasterarbeiten auf dem Wohngrundstück
  • Überprüfung von Anlagen (z. B. Gebühr für den Schornsteinfeger oder für die Kontrolle von Blitzschutzanlagen).

Handwerkliche Tätigkeiten im Rahmen einer Neubaumaßnahme sind nicht begünstigt.

4. Steuerersparnis bei haushaltsnaher Dienstleistung

Die tarifliche Einkommensteuer ermäßigt sich sowohl für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen als auch für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, um 20 % der Aufwendungen, höchstens jedoch um 600 €. Bei Pflege- und Betreuungsleistungen verdoppelt sich der Höchstbetrag auf 1.200 €.

Die Leistungen dürfen nicht bar bezahlt, sondern müssen überwiesen werden. Ab dem Veranlagungszeitraum 2008 gilt Folgendes: Nur noch auf Nachfragen des Finanzamtes sind die Rechnungen und der Nachweis der unbaren Zahlung diesem vorzulegen.
Im Gesetz wird ausdrücklich geregelt, dass nur die Arbeitskosten, nicht hingegen der Materialaufwand in die Berechnung der Steuerermäßigung einbezogen werden darf. Der Rechnungsanteil, der z. B. auf Fliesen, Tapeten, Farbe oder Pflastersteinen entfällt, bleibt außer Ansatz.

Wohngeld- bzw. Betriebskosten: Viele haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen sind in den Betriebskosten für Wohnungen enthalten. Der Wohnungseigentümer bzw. -mieter kann den in den Betriebskosten enthaltenen Anteil steuerlich geltend machen, wenn der Verwalter die Kosten in der Wohngeld- bzw. Betriebskostenabrechnung aufschlüsselt. Hierzu hat das BMF eine Muster-Bescheinigung entworfen, die von Wohnungsverwaltungen verwendet werden kann.

5. Was ist u. a. sonst noch zu beachten?

5.1. Ausschluss der Steuerermäßigung

Bei Berücksichtigung der Aufwendungen bereits als Werbungskosten, Betriebsausgabe, Sonderausgabe oder außergewöhnliche Belastungen.

5.2. EU/EWR-Mitgliedstaat liegender Haushalt des Steuerpflichtigen

Allgemeine Voraussetzung für die Steuerermäßigung ist, dass die Tätigkeiten in einem Haushalt des Steuerpflichtigen ausgeübt wird. Der Haushalt kann einerseits im Inland, andererseits aber auch in einem sonstigen EU/EWR-Mitgliedstaat liegen. Der zweite Punkt ist in allen Fällen anwendbar, in denen die Einkommensteuer noch nicht bestandskräftig festgesetzt ist.

Trotz sorgfältiger Datenzusammenstellung können wir keine Gewähr für die vollständige Richtigkeit der dargestellten Informationen übernehmen. Sollten Sie spezielle Fragen zu einem der Themen haben, stehen wir Ihnen jederzeit gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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